Aarau

 

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Weshalb ich als Zweites die Stadt Aarau gewählt habe

Um etwas Struktur in meine Reise einzubauen, habe ich mir verschiedene Möglichkeiten überlegt, wie ich die Reihenfolge der Kantone auswählen könnte;  Wenn ich z.Bsp. direkt nach Bern alphabetisch vorgehe, dann ist Aarau – zack- an der Spitze. Oder auch beim Kriterium, zuerst die Berner Nachbarkantone zu besuchen. Ja, auch da kann Aarau mithalten. Aber ganz ehrlich; hier soll heute gutes Wetter sein. Und das ist auch schon der ausschlaggebende Punkt. So einfach ist das. So einfach in einem kleinen Land wie der Schweiz.

Und als ich dann bei meiner Internet-Recherche noch von den „Brändli- Bomben“ lese, da ist für mich sowieso klar, dass ich schnellstmöglich nach Aarau muss… 🙂 Aber dazu später..

Was ich bis gestern über Aarau wusste? Überhaupt nichts! Eigentlich nur, dass man es mit zwei Aa schreibt. Und das war’s dann leider auch schon. Das soll nun geändert werden.

So mache ich mich wiederum früh morgens auf, in Richtung Aarau. 10 Minuten vor Aarau, in Olten, da merke ich, auf das Wetter kann man sich einfach auch nicht ganz verlassen…

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Als ich um 08.45 beim Bahnhof Olten ankomme, sieht’s glücklicherweise bereits wieder etwas freundlicher aus. Und ansonsten hätte der Bahnhofsplatz mit seinem „Wolkendach“ wunderbaren Schutz vor dem Regen geboten.

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„Die Wolke“ beim Hauptbahnhof Aarau

Die Brändli- Bombe

Auch heute Beginne ich meinen Aufenthalt in der noch unbekannten Stadt mit Frühstück 🙂 Und zwar in der über die Landesgrenzen hinaus bekannten Bäckerei Brändli. Hier gibt’s dann auch die leckere Brändli- Bombe. Es ist, um das Rätsel aufzulösen, vor allem eine Kalorienbombe. Mich erinnert’s ein wenig an die Mozartkugeln, einfach in gross und auch in der Variante mit Milchschoggi oder weisser Schoggi zu haben, überzogen und eingehüllt in einen Mandelqroquant. Aber für mich als Dessertfan auf alle Fälle einen Besuch wert und das geht auch gut zum Frühstück! Das Tea Room Brändli wird übrigens vom CH Heimatschutz zu einem der schönsten Cafés des Landes gezählt.

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Gediegenes Frühstück im Tea Room Brändli. Natürlich darf die Brändli-Bombe dabei nicht fehlen..

Ich persönlich fühle mich beim Betreten etwas in die Kolonialzeit zurückversetzt. Für mich sehr englisch, sehr gepolstert und schwer, der sehr nette srilankesische Herr der mich bedient, rundet mit seiner Erscheinung in schön gebügelter Hose und dem adretten Weston das Bild noch ab. Unbedingt einen Besuch wert und nur wenige Meter vom HB entfernt.

Der Altstadtrundgang

Der geführte Rundgang in Bern hat mir so gut gefallen, dass ich auch in Aarau gerne eine Führung machen möchte. Aarau bietet öffentliche Stadt-Führungen an, aber leider nicht täglich. Als Alternative gibt es vom Tourismusbüro eine Papierversion, „ein spannender Spaziergang durch die Altstadt“. In ca. 1 Stunde kann man damit auf eigene Faust alles Wissenswerte über die Altstadt selber erkunden. So der Plan. Leider merke ich schnell, dass sich meine Begeisterung für nackte, niedergeschriebene Geschichte über diverse Bauten sehr in Grenzen hält. Schon nach der ersten Seite Text habe ich mich ausgeklinkt. Und von meinem Orientierungssinn wollen wir gar nicht erst anfangen. So suche ich z. Bsp. ziemlich lange nach einem „eisernen Tor auf der Höhe des Eingags zum KUK links“ um zum „Haus zum Schlossgarten“ zu gelangen. Ach herrje, da muss ich mir wohl nächstes Mal etwas anderes einfallen lassen oder noch etwas üben.

Da die Altstadt nicht allzu gross und ich – wie gesagt- wirklich nicht sonderlich gut im Kartenlesen bin, lasse ich mich von Beginn weg einfach durch die Strassen treiben und gelange trotzdem zu allen Orten, die sehenswert sind. Dank der Karte und den Beschrieben kann ich dann jeweils nachlesen, was das denn so wäre. Soviel dazu.

Aber was ich sagen kann; Die Altstadt von Aarau ist wunderschön! Sie besticht durch wunderbare, schmucke Häussschen, durch die kunstvoll bemalenen Dachuntersichten ( Giebel) und wird unter anderem auch die Stadt der schönen Giebel genannt. Unglaublich schön ist auch ein morgendlicher Spaziergang in der Unterstadt auf den Strässschen Golattenmattgasse und Halde.

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Die Halde, Strassenzug mit vielen spätgotischen Häusern
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überall finden sich wunderschön bemalene „

 

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In Aarau kann man sich wunderbar verlieren und treiben lassen

 

Bern vs. Aarau – Einstein und das Bundeshaus

Und ich wundere mich zuerst, weshalb es denn in Aarau genau gleich wie in Bern auch das Cafe Einstein gibt. Und dazu noch ein „ehemaliges Bundeshaus“. Fantasielosigkeit? Das Internet weiss Rat. So hat Einstein also in Aarau von 1895 bis 1896 als 16 – jähriger tatsächlich die Kantonsschule Aarau besucht und dort seine Maturitätsprüfung gemacht.

Und Aarau galt im Jahre 1798 zudem während 5 Monaten als erster Schweizer Regierungssitz. Damals war unter französischem Druck ein gesamtschweizerischer Einheitsstaat errichtet und in Aarau ausgerufen worden, die Helvetische Republik. Das Haus zum Schlossgarten stellt somit gewissermassen das erste Bundeshaus der Schweiz dar. Aber eben, am Ende hat dann trotzdem Bern das Rennen gemacht.

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Das Haus zum Schlossgarten- quasi das erste Bundeshaus der Schweiz

Und sonstiges Wissenswertes über Aarau

  • Wer gerne CH- Serien im Fernsehen guckt weiss vielleicht, dass „der Bestatter“ in Aarau spielt. So gibt es auch eine öffentliche Stadtführung „auf den Spuren des Bestatters“
  • Im sogenannten Graben hielten die Aarauer früher Hirsche- zu kulinarischen Zwecken (dieser ist Mitten in der Altstadt)
  • Der Obertorturm misst von der Strasse bis zur Spitze 61.24 Meter und ist damit der höchste erhaltene mittelalterliche Stadtturm der Schweiz
  • Die Markthalle ist wirklich nicht sonderlich schön..
  • Aarau zählt mit rund 20’000 Einwohnern zu den Kleinstädte

 

Und natürlich gibt’s noch viel mehr Eindrücke von Aarau. Zum Beispiel vom Herzen der wunderschönen Altstadt und natürlich dem bekannten Obertor mit dem Obertorturm. Also unbedingt selber hinfahren und sich ein Bild machen.

Verschnaufpause

Klar, nach einem Rundgang braucht es auch eine kleine Pause. An gemütlichen Restaurants und Cafes fehlt es auch in Aarau nicht. Mit einem Sirup vom Sirupier de Bern (haha, auch hier findet sich Bern wieder in Aarau) mit Blick zurück auf die Altstadt sage ich Tschüss Aarau Altstadt und ziehe weiter nach Roggenhausen. Ab in den Wildpark!! 🙂

Rund um Aarau

Der Wildpark Roggenhausen

Den Wildpark Roggenhausen habe ich ebenfalls via Internetrecherche Entdeckt. Nur 3 Busminuten von Aarau entfernt gehört es für mich also noch zur Stadt hinzu und kann daher titptop ebenfalls besichtigt werden. Mein Plan; Den Naturlehrpfad absolvieren und dann gemütlich Picknicken.. Link Wildpark Roggenhausen

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Hier geht’s lang..

Aber ich stelle sehr schnell fest; Der Naturlehrpfad ist ernst gemeint. So richtig mit gutem Schuhwerk und steil bergauf. Ich starte zwar, lasse mich aber von meinen Stadtfinken, der Hitze und dem nicht ganz so gemütlichen Weg sehr schnell abschrecken und mache kehrt.. Ein ander mal. Es gibt auch den „Kinderwagenpfad“. Mehr oder weniger geradeaus und schön breit und zivilisiert. Bei 26 grad genau das richtige. Die Wildgehege sind wirklich schön und äusserst grosszügig. Und natürlich habe ich mal wieder Schwein, überall sind Jungtiere zu sehen. Wonnemonat Mai (oder auch noch Juni 😉

Schloss Wildegg – Nutz- und Lustgarten von Pro Specie Rara (und natürlich eine Aargauer Rüeblitorte… 🙂

Mein letzter Abstecher rund um Aarau; Der Schlossgarten Wildegg. Ja, gehört zwar nicht mehr zur Stadt, aber wenn ich schon mal da bin und das Schloss in so kurzer Zeit zu erreichen ist, will ich mir das nicht entgehen lassen. Als Gartenfan ist der Lust- und Nutzgarten von Pro Specie Rara für mich absolut sehenswert. Das Schloss von innen tue ich mir nicht an, ich musste in meiner Jugend- Schulzeit zu viele Burgen und Schlösser von innen besichtigen. Das Trauma scheint noch nicht ganz überwunden 😉 Nutz- & Lustgarten, Pro Specie Rara

 

Tja, der Tag beginnt- man glaubt es kaum, genauso wie er begonnen hat. Mit Regen. Dieses mal in Form von Gewittern. Zum Glück habe ich, der Wetterprognose zum Trotz- ha!, für einmal meinen Knirps eingepackt. Gelernt heute; nie ohne meinen Schirm!

Und weiter geht’s in die Innerschweiz! Stans- und Stanserhorn, ich bin unterwegs!

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