Freiburg (im Üechtland)

… und endlich sehe ich den Röstigraben in live!!!

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Weshalb denn Freiburg im Üechtland? Habe ich bis heute ebenfalls noch nie gehört. Bei meiner Recherche bin ich dann aber immer wieder auf Freiburg im Breisgau gestossen. Und habe gemerkt, dass Freiburg in der Schweiz (oder auch Fribourg) eben Freiburg im Üechtland genannt wird. Tja, und schon was gelernt 🙂

Und auch sonst wusste ich über die Stadt Freiburg noch überhaupt nichts. Was schade wäre, wenn es so bliebe, denn Freiburg ist einfach der Hammer! Im Kanton selber war ich zwar schon an einigen Orten, wie etwa in Murten, Gruyere oder auch Avanches, aber in die gleichnamige Hauptstadt des Kantons habe ich es bis heute noch nicht geschafft. Aber nun – um es gleich vornweg zu nehmen – ich war sicher nicht das letzte Mal hier!

Freiburg erinnert in vielem an Bern und muss sich überhaupt nicht verstecken! Nicht weiter verwunderlich, denn die Stadt wurde ebenfalls von Bertold IV. von Zähringen gegründet, welcher später ebenfalls die Stadt Bern ins Leben gerufen hat.

Und ich merke bei der Einfahrt in Fribourg einmal mehr, dass ich in Geschichte (und leider auch in Geografie) wohl immer einen Fensterplatz hatte und sehr sehr gerne und ausgiebig rausgeschaut habe… Denn die Schulkinder neben mir wissen natürlich bereits, dass Freiburg eine der Zähringerstädte ist. Naja, ich jetzt auch. Aber es gibt für mich noch viel nachzuholen..

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Unterwegs mit der blauen „Bimmelbahn“

Start in den Tag – Überblick verschaffen

Heute gibt’s mal kein Frühstück.. Nein, dafür geht’s ruck zuck los mit Stadtrundfahrt. Und einmal mehr verfluche ich meinen schlechten Orientierungssinn und meine Unfähigkeit im Stadtplan Enträtseln.. Für mich beginnt die Herausforderung bereits bei der Suche nach dem 200 Meter vom Bahnhof entfernten Touri-Büro…. ;-( Gahh!

Aber ich schaffe es dann doch noch, das Büro und mein Verkehrsmittels sind gefunden, und ich besteige die blaue Bimmelbahn für eine erste, über Kopfhörer tongesteuerte Stadtrundfahrt. Einmal mehr; perfekt für Leute wie mich, die ohne Führung eben sogar schon Mühe haben das Touribüro vor ihrer Nase zu finden. Dank dem Bähnchen gewinne ich innerhalb einer Stunde den Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (und davon gibt es viele!) und einen ersten Einblick in die wunderschöne Altstadt von Fribourg!!!! Und einfach unglaublich; die Bimmelbahn fährt durch jeden noch so kleinen Winkel der Altstadt, über schmucke Steinbrücken und sogar über die Brücke unter der Brücke (!!!!, die Zähringerbrücke ist 2 in einem!) hinüber, um auf der gegenüberliegenden Seite über eine wahnsinnig schmale Gasse wieder hoch in die Stadt zu fahren.

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wunderbare Ausblick auf die Altstad, Zähringer- und Poyabrücke
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Über Stock und Stein und durch jede Gasse..

Was ich da alles erfahren habe über Fribourg:

  • Herrje, gibt es hier viele Schlösser und Burgen!
  • Und herrjeeeee, man spricht hier eben nicht nur Deutsch, ich muss mein Schulfranzösisch hervorkramen…
  • Und mittelalterliche Brunnen gibt’s ebenso, 11 an der Zahl (selber Erbauer wie in Bern)
  • So viele Museen! Wo fange ich bloss an! Zum Beispiel gibt’s hier das Gutenbergmuseum- und damit alles zum Buchdruck
  • Freiburg gilt als „Stadt der Brücken“, weils einfach so viele davon hat
  • Hallo Röstigraben! In Fribourg sieht man den Röstigraben live, die Saane (Sarine) trennt Deutschschweiz und Welschschweiz. Wenn man über die Zähringerbrücke läuft, dann steht man quasi drauf 🙂 Lustig.
  • Die Altstadt bildet eines der grössten geschlossenen Ortsbilder des mittelalterlichen Europa
  • Hier gibt es ein Tor namens Berntor. Heisst so, weil es früher der einzige Weg nach Bern war
  • Auch in Fribourg gibt es eine Holzbrücke a‘ la Kapellerbrücke in Luzern. Nämlich die Bernbrücke- eine der ältesten gedeckten Holzbrücken der Schweiz
  • Und die moderne Poya-Brücke.. Poya bedeutet „Alpabzug“
  • und.. und… und… am besten selber mal machen..
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Blick auf die Saane und somit den Röstigraben, mit Bernbrücke und Stadtmauer
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Bernbrücke, eine der ältesten gedeckten Holzbrücken der Schweiz
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Einer der wunderschöne Brunnen
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Und gleich noch ein Brunnen, hinten Blick ins Galterntal und auf die Galternbrücke
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über die Bernbrücke
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Das Berntor. Früher der einzige Weg nach Bern

Stadtgolfen – habe ich leider nicht gemacht

Herrlich, in Fribourg gibt’s das 1. Stadtgolfen der Schweiz. Das Touribüro händigt gerne Material und Infos dazu aus, und man kann auf spielerische Art die Stadt erkunden. Ganz egal ob man Bälle verliert, das mache nichts, man ist hier wirklich tolerant.

So treffe ich später, als ich zu Fuss unterwegs bin um nochmals alles zu erkunden, überall wieder Minigolf-spielende Personen an und bin ein wenig neidisch. Hätte ich auch gerne gemacht, aber alleine macht’s glaube ich nicht so viel Spass.

 

Was mir sonst so aufgefallen ist

  • Die Liebe zum Detail in allem! Alles ist durchdacht und wirklich schön.
  • Auch Fribourg ist beinahe Touristenfrei! Wo sind die denn alle? Ist das noch ein Geheimtipp? Die Stadt ist viel zu schön um nicht gesehen zu werden!

Spezialitäten:

Schokolade!!!! Käse!!!!! und Nidlechueche!!!!! und Wein!!!!  Oh Fribourg, alles gute in einer Stadt/ Kanton vereint. Wunderbar! Übrigens; den besten Nidlechueche vom ganzen Kanton gibt’s in Murten, bei der Bäckerei Aebersold!!! 🙂

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Aber für mich gibt’s eine „Tarte Tatin“ und ein wunderbares ballon Vully 🙂

Die Touristenkarte

So eine tolle Sache. CHF 20.- bezahlen, alle ÖV’s, das blaue Bimmel-Bähnchen, Stadt- Mini- Golf, Eintritt der Museen, Besuch der Kathedrale (auch des Turms) und natürlich das Funiculaire, sind inbegriffen.

Und so staune ich doch nicht schlecht, dass ich scheinbar die erste bin in dieser Saison, die mit so einer sensationellen Karte anrückt um die Kathedrale zu besteigen 🙂 Der nette Herr an der Kasse in der Kathedrale St. Niklaus erzählt mir das entschuldigend, während er sich orientieren muss, was nun zu tun ist mit mir und dieser Karte. Sehr lustig.

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Was ich alles getan habe:

Besuch des Gutenbergmuseums.

Hier interessiert mich vor allem die Austellung über die diversen Notenserien der Schweiz. Ansonsten merke ich; es ist mir doch etwas zu technisch. Schade, aber sicher einen Blick wert. Vor allem wenn man aus der Branche kommt.

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Alle Notenserien seit Beginn inkl. Reserve-Serien findet man im Gutenbergmuseum
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Viele alte Schriftstücke gibt es zu bestaunen
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Hebräische Schriftrolle aus dem 18./19. Jahrhundert. Besteht aus 5 aneinander genähten, um einen Holzstab gewickelten Lederhäuten. Wahrscheinlich aus Marokko

 

Kathedrale St. Niklaus

Hier hat’s tolle Jugendstil-Fenster. Die Kathedrale ist so richtig imposant. Und natürlich gilt es auch hier einmal mehr den Turm hochzusteigen. Auch hier wieder eine schweisstreibende Sache, aber ich tröste  mich mit dem Gedanken, dass man damit ja was für seine Figur tut… Ha! Blöderweise habe ich gelesen, dass es 365 Stufen sind bis oben und habe nichts besser zu tun als diese zu zählen.. Was es nicht weniger anstrengend macht 🙂 Aber der Ausblick über die Stadt ist fantastisch und der Aufstieg lohnenswert.

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Blick auf die Kathedrale St. Niklaus
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Eine imposante Erscheinung
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Wunderschöne Jugendstilfenster
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Phuu, Aufstieg geschafft
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Blick auf die Saane und Poyabrücke
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Blick von oben auf die Zähringerbrücke (man beachte die Brücke unter der Brücke!!!)mit Saane, Stadtmauer und Galternbrücke im Hintergrund

Tja, und dann lasse ich mich durch die Altstadt treiben;

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Humor muss man haben.. ;). Keine bange, alles nicht echt..
Auf der Stadtmauer

Über das Berntor führt ein versteckter „Katenzweg“ auf die Stadtmauer und den Katzenturm. Auch von hier geniesst man wieder einen fantastischen Ausblick auf die Saane und über die Stadt.

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Berntor
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Der „Katzenpfad“
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Auf der Stadtmauer
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Wunderbare Aussicht

 

Und ein Restaurant für mich 🙂
Highlight Funiculaire

Tonnenweise Highlights in Fribourg!!! Zu viel, um sie alle aufzuzählen. Aber gaaanz cool ist die Fahrt nach oben aus der Altstadt mit dem Funiculaire!!! Es ist eine der letzten Standseilbahnen in ganz Europa welche man schon von etwas weiter her riecht… dies, da sie mit dem Abwasser der Stadt angetrieben wird. Was ich noch mutig finde; gleich daneben hat’s ein Restaurant.. E guete 😉

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Das Funiculaire bringt einem in wenigen Minuten wieder hoch in die Stadt
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… und wird mit dem Abwasser der Stadt angetrieben..
Was ich nicht getan habe aus Zeitmangel:
  • botanischer Garten
  • Indrustriequartier
  • Das Dorf Greyerz besuchen
  • Stadtgolf ausprobiert
  • etc. etc.

Also Fribourg, ich komme definitiv wieder!!!!!

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