Das Wallis! “ Ins Herz gemeisselt“ und bei 36 Grad beinahe davon geschmolzen..
Notiz an mich selber; Montag ist nicht der perfekte Tag um Sion zu besuchen. Zumindest nicht, wenn man in erster Linie die Stadt entdecken und von den zahlreichen kulinarischen Angeboten mit Wein und Leckereien in Verbindung mit einer Stadt-Führungen profitieren möchte.. Und von anstrengenden Städtetrips ist generell abzusehen, wenn das Thermometer die 25 Grad Grenze übersteigt.. Aber dazu später mehr..
Und da ich ja wie ein Tourist die Schweizer Hauptorte entdecken möchte, gehört es halt auch dazu, ein paar typische „Touristenfehler“ zu begehen, im Wallis habe ich da also grad einige gesammelt ;-).
Mein Vorteil; Sion ist nah, und ich kann jederzeit nochmals gehen. Und dann vorzugsweise nicht an einem Montag 🙂 Aber ich hatte eine tolle Begleitung dabei, meine ehemalige Arbeitskollegin Susi, die auch ein bisschen mitgelitten, sich aber ebenso für die tolle Landschaft und die vielen schönen Eindrücke begeistern konnte wie ich. Merci Susi für einen tollen Tag!
So gross und vielfältig ist das Wallis, dass es aber sowieso ein bisschen schade wäre, „nur“ den Hauptort zu erkunden. Doch für alles ist an einem Tag einfach nicht genügend Zeit. Umso besser, dass man einen Besuch in Sion wunderbar mit einer kurzen „Suonen- Wanderung durch die Weinterrassen verbinden kann. Und auch unbedingt tun sollte! Die Suonen sind historische Bewässerungskanäle des Wallis. Wichtig, damit unter anderem die Reben nicht vertrocknen für den leckeren Wein!

Blick zurück auf Sion, immer schön der Suone (dem Wasserkanal) entlang
Aber von Anfang an;
Heute gibt es eben einen Prachtstag! Das ist ja nicht weiter verwunderlich, schliesslich gilt das Wallis als die Sonnenstube der Schweiz und macht seinem Ruf alle Ehre! Mit gemeldeten 36 Grad wird es definitiv heiss.. Also tut man gut daran, früh aufzubrechen, um nicht in der grössten Nachmittagshitze herumzuwandern. Und mal ehrlich; in der Regel kann man sich ja gar nicht so vorstellen, wie heiss denn 36 Grad wirklich sind, wenn man nicht bereits ein paar Hitzetage hinter sich hat oder in den Tropen beheimatet ist. Aber ich schweife mal wieder ab, jetzt geht’s zum Tagesgeschehen;
Lost in Wallis… Mein erster Touri-fehler
Es ist gar nicht sooo einfach nach Sion zu kommen…. Und ja, wir sind halt wirklich Touristen; Zwar noch wirklich früh dran, aber prompt landen wir, wie wohl so manch anderer bereits vor uns, versehentlich zuerst in Siders / Sierre. Eben nicht zu verwechseln mit Sitten/Sion.. ;-). Tja, wir bemerken unseren Fehler erst, als wir ganz ratlos mit einem Stadtplan bewaffnet in der Bahnhofstrasse rumstehen und die Angaben auf den Strassenschildern einfach nicht ganz mit der Karte übereinstimmen wollen.. Hmmm. Eine Einheimische wirft einen Blick auf die Karte und bemerkt sofort; wir müssten noch eine Bahnstation weiterfahren, denn wir sind definitiv noch nicht in Sion…


Wandern für Fortgeschrittene – bei 30 Grad
Mit nur einer halben Stunde Verspätung treffen wir doch noch in der richtigen Stadt ein. Und machen uns schnurstracks auf den Weg durch Sion hindurch, vorbei an der Brauerei direkt zum „Einstieg“ in die Suone von Clavau.

Unterwegs zum grössten unterirdischen See von Europa!
Wir werden bis St- Leonard wandern, wo wir uns dann hoffentlich auf dem grössten, natürlichen, unterirdischen See von Europa (so steht’s zumindest in der Broschüre) etwas abkühlen können. Dauer ca. 2.5 Stunden auf rund 7 km. Bevor’s aber so richtig losgeht, müssen wir zuerst einmal Hosen wechseln.. Bereits um 09:30 ist es einfach zu heiss, um in langen Hosen rumzuwandern.
Wir befinden uns einmal mehr auf einem Lehrpfad, überall hat’s Info-Tafeln auf welchen Flora und Fauna erklärt werden, und wir machen Bekanntschaft mit lauten Zikaden, flinken Eidechsen und einer im Wasser vorbei treibenden Schlange (wir gehen einfach mal davon aus, dass die nicht mehr gelebt hat..;-).
Abkühlung im Untergrund
Nach der Hitze freuen wir uns sehr über eine Abkühlung. Zuerst mit Glace und danach mit einer gemütlichen Böötlifahrt über den unterirdischem See! Kostenpunkt CHF 10.-, durchaus lohnenswert, denn so eine Bootsfahrt hat wirklich was für sich. Unser lustiger Guide versichert uns, dass wir auf unsinkbaren Booten unterwegs sind… den „Titanics“,haha. Auch interessant, wie viele Figuren und Tiere unser Guide in den Felsformationen erkennen kann. Aber wenn man die Tour ein paar Mal pro Tag abrudert hat man halt Zeit, um sich die Wände etwas genauer anzusehen.

Bei 15 Grad könnte ich’s hier länger aushalten. Auf dem See werden sogar Konzerte abgehalten, bei welchen man vom Boot aus den Klängen der Künstler lauschen kann. Und auch romantische Dinner zu zweit stehen auf der Angebotsliste. Also wer was Ausgefallenes sucht, ist hier richtig. Den passenden und hier gelagerten Wein kann man auch gleich kaufen 😉
Die Forellen sind übrigens nicht auf natürliche Weise in den See gelangt, sondern wurden hier „ausgesetzt“ und werden täglich gefüttert.
Tour durch die Stadt
Mit dem Zug geht’s in wenigen Minuten retour nach Sion, zur Stadbesichtigung. Aber eigentlich sind wir inzwischen zu erschlagen um noch gross umherzulaufen. Leider haben am Montag sehr viele Beizen und Lädeli geschlossen, so dass wir für unsere „Walliserplatte“ nicht fündig werden. Aber Wein gibt’s überall, wir wissen uns also zu helfen 🙂

Auch für Sion würde es einen Touri-Zug geben. Da wir diesen verpasst haben und es zum Laufen zu heiss ist, lassen wir uns einfach gemütlich durch die Gassen treiben und entdecken so auch noch das ein oder andere Schöne;
Per Zufall entdecken wir sogar noch das Maison Supersaxo. Wir sind nicht ganz sicher, ob man wirklich reingehen darf. Aber tun’s einfach mal trotzdem. Es scheint niemanden zu stören und wir werden belohnt mit Anblick auf eine wunderschöne Deckenschnitzerei:
„1505 ließ Georg Supersaxo sich ein Haus errichten, das zwar eine unscheinbare Fassade, dafür aber ein umso bemerkenswerteres Treppenhaus besitzt, das mit Fratzen geschmückt ist, die als Spott auf die Familie Schiner zu verstehen sind, mit denen Supersaxo verfeindet war. Noch beeindruckender ist aber die Decke des Festsaales, die zu den schönsten Holzdecken der Schweiz zu zählen ist. Sie wurde von Jacobinus Malacrida geschnitzt und zeigt in der Mitte zwischen Rosetten und Streifen eine Speichenrose mit einem Medaillon, das eine Darstellung Christi Geburt enthält. Könige und Propheten, Wappen und Inschriften ergänzen die Schnitzereien“
Was man in Sion tun könnte und sollte (ausser Montags…)
…Den im Wallis hält man es halt noch mit Tradition und Montags haben die meisten Restaurants und Läden eben geschlossen)
.. hätte ich alles schampar gerne gemacht. Sion, ich komme wieder!
Was man zusätzlich tun könnte und sollte (aber nicht bei 36 Grad)
…. also eher im Frühling oder Herbst…
- Wandern! Suonenwanderung ist ok, aber nur, wenn man nachher den unterirdischen See inkl. Abkühlung besucht :-), und unbedingt frühmorgens loswandern.
- Das Schloss Tourbillon und Valère besuchen! Da sich die beiden aber auf einem Hügel befinden, ist es zu Fuss bei 36 Grad einfach definitiv zu heiss, dort nach oben zu laufen.. Also lieber von unten bestaunen und sich vornehmen, an kühleren Tagen noch einmal zu kommen.
- Mehr von dem guten Walliser-Wein trinken. Bei grosser Nachmittagshitze ist man in der Regel aber nach einem Glas schon erschlagen
Was es in Sion sonst noch tolles gibt:
- Auch hier; überall Brunnen mit Trinkwasser. Im Wallis mit sehr schönen Symbolen angedeutet.
- Einmal mehr mich… 😉 Dieses Mal aber für einmal nicht den Vornamen Heidi, dafür habe ich tatsächlich eine Strasse nach meinem Namen benamst gefunden, die Rue Ambuel! Toll, obschon ich sie mir natürlich etwas imposanter vorgestellt habe.. 🙂
- Hier sprechen wirklich ALLE Französisch! Also Deutsch einpacken und vorher vielleicht einmal ein paar Worte Französisch repetieren
- Wunderbare Leckereien im Käseladen, leckere Walliserspezialitäten zum nach Hause mitnehmen.