Liestal

Von komischen Bräuchen und engen Gassen..

Basel- Land war für mich bis anhin quasi inexistent.. Ich habe bei all den vielen Malen, bei denen ich mit dem Zug nach Basel gefahren bin, nicht einmal wahrgenommen, dass Liestal die letzte Station vor Basel Stadt ist (zumindest bei den Schnellzügen). Und es nur 10 Minuten entfernt von Basel liegt. Unglaublich wie ignorant man zuweilen durch die Welt geht/fährt.

Gut, auch das wird sich heute ändern. Es gilt, Liestal zu erkunden. Wobei wenn ich ganz ehrlich bin, für Liestal habe ich nicht wirklich einen grossen Plan. Dank Recherche weiss ich Folgendes: Top Sehenswürdigkeiten; natürlich alle möglichen Gebäude in der Altstadt und dann noch den Liestaler Aussichtsturm. Leider fehlt mir die Zeit, diesen zu erklimmen, da er ausserhalb liegt ;-(. Stadtführungen für Einzelpersonen gibt es leider auch nicht allzu häufig, also steige ich doch einfach zuerst mal aus dem Zug aus und schaue dann weiter.. Denn auch das Touribüro hat am Montag geschlossen…

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Hallo Liestal! Definitiv am richtigen Ort ausgestiegen..

Altstadt gefunden!!!

Oh Wunder! Für einmal finde ich die Altstadt sofort! Dies ist sicher vor allem der guten Beschriftung zu verdanken, aber auch, dass das Städtchen sehr überschaubar und eher klein ist. Die wichtigste Strasse, die Rathausstrasse, finde ich auf Anhieb und komme auch sonst an allerlei Sehenswertem vorbei. Einfach etwas enttäusch bin ich ab dem Highlight der Stadt, dem „Oberen Tor/ Törli“. Komplett eingepackt. Vielleicht sagt jemandem der Brauch vom „Chienbäse“ etwas. Da marschieren die Liestalter 1x im Jahr mit brennenden Besen durch die Altstadt und eben auch durchs obere Tor um den Winter zu vertreiben. Man sieht das Schauspiel alljährlich im Fernsehen. Schaurig schön!

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Komplett eingepacktes „Oberes Tor“, „Törli“
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Die Schmucke Rathausstrasse frühmorgens
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Im „Herzlich“ gönne ich mir erstmals ein Kaffe und Brownie. Jamm.

Einkaufen, sehr clever..

Blöderweise zieht es mich heute in ein Kleidergeschäft.. Nicht sehr clever und vorallem unpraktisch, wenn’s gleich noch weiter geht nach Basel zu weiteren Stadterkundungen. Nach dem Einkauf muss ich mir wohl oder übel definitiv dann ein Schliessfach nehmen in Basel…

Was ich sonst noch so entdeckt habe;

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Das Georg Herwegh Denkmal (https://tageswoche.ch/kultur/wer-war-denn-dieser-herwegh/)
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Die Staatskirche St. Martin
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Schmucke Gässchen
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Blick auf das Kantonswappen und das Regierungsgebäude (weiss)
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Am Rathaus begegnet mir ein alter Bekannter aus Obwalden. Auf der Fasadenmalerei ist unter anderem Niklaus von Flüh zu sehen

 

Per Zufall auch noch entdeckt

Auf meinem Retourweg zum Bahnhof entdecke ich sie per Zufall doch noch, die weisse Gasse! Wohl eine der schmälsten Gässchen, die ich bisher gesehen und hindurchgewandert bin. Die Gasse diente früher als Ehgraben. Wer sich jetzt fragt, was das ist; hier wurden die ganzen Fäkalien abgeladen. Zitat: „Hier deponierten die Anwohner ihre häuslichen Abfälle und vor allem die menschlichen Exkremente, die ein bis zweimal jährlich herausgeräumt werden mussten, falls sie nicht durch den schmalen Wasserlauf ‚automatisch’ aus der Stadt geschwemmt wurden.“

Zur Beruhigung; Heute riecht und sieht man nichts mehr davon 🙂

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Die Weisse Gasse. Weshalb sie so heisst, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel wenn man ihre „Vorgeschichte“ bedenkt
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Nichts für Personen mit viel Gepäck oder Kinderwagen. Könnte etwas eng werden.

So, und da ich schon so nah bin, geht’s gleich noch weiter nach Basel.

 

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