
Luzern, keine Unbekannte
Nein, tatsächlich ist Luzern auch für mich für einmal kein unbeschriebenes Blatt.
Den meisten dürfte Luzern wohl ein Begriff sein. Nicht verwunderlich wird diese unglaublich schöne Stadt tagtäglich von einer Horde asiatischer Touristen „überrannt“. Wobei man dazu fairerweise auch sagen muss, dass sich die Touristen vor allem beim HB, dem Schwanenplatz, der Kapellbrücke und auf den Schiffen tummeln, naja, und natürlich noch auf dem Pilatus und der Rigi. Aber daneben kann man eigentlich ganz entspannt durch Luzern spazieren, ohne dass man alle paar Meter einem fähnchenschwingenden Touristenführer inkl. Gruppe ausweichen muss. Und ja, es gibt tatsächlich ein Luzern neben dem Schwanenplatz, dem HB usw.. 🙂
Ich war also schon des öfteren in Luzern. Vor allem aus beruflichen Gründen. Da habe ich aber ehrlich gesagt auch nicht mehr als die 200 Meter zwischen HB und Schwanzenplatz gesehen. Immerhin bin ich aber bereits einmal über die Kapellbrücke zum HB spaziert. Naja, und im KKL war ich auch bereits an einem Konzert, dies befindet sich aber ebenso direkt am HB. Und natürlich war auch ich als Kind mal im Verkehrshaus und im Imax. Also immerhin..
Mit dem Golden Pass ans Blue Balls Festival
Passenderweise begleitet mich die nächsten zwei Tage erneut Andrea. Andrea war schon dabei bei meinem Abstecher nach Lausanne inkl. Jazz Festival Montreux, und für Luzern war sie wiederum schnell zu begeistern. Können wir doch hier gleich die Golden Pass Linie Montreux-Luzern fertig machen. Und wir verbinden unseren Besuch in Luzern erneut mit einem Konzertbesuch. In Luzern findet nämlich alljährlich das wunderbare Blue balls Festival rund um das Seebecken in Luzern statt.
Und ha! Ich bin doch etwas lehrnfähig.. Da wir es nach der Konzertnacht in Montreux am nächsten Tag nicht rechtzeitig an die Stadtführung in Lausanne geschafft haben, reisen wir in Luzern einfach früher an und machen die Führung bereits am 1. Tag. Clever.. 😉 Dafür werden wir dann abends fix und foxy sein… Aber dazu später mehr.

Für CHF 30.- übernachten im Herzen von Luzern.. und weitere Tourifehler..
Um 10.00 soll’s los gehen mit unserer Stadtführung. Da es diesen Sommer einfach immer extrem schönes Wetter zu sein scheint (ich will mich hier gar nicht etwa beklagen..), ist es dementsprechend auch bereits um diese Uhrzeit unglaublich warm. Schon nur beim blossen Rumstehen im Tourismusbüro läuft uns der Schweiss nur so runter.. Hach, weshalb habe ich nur lange Hosen angezogen…? Und geschlossene Schuhe?! Nicht mein einziger Touristenfehler heute.. Wir werden mitten im Herzen der Stadt übernachten. Was ja eigentlich toll ist! Nur blöd, dass es irgendwie gar kein Hotel zu sein scheint, sondern eher ein Restaurant inkl. Guesthouse und uns ein Schild an der Tür darüber informiert, dass vor 11.30 geschlossen ist. Also nichts mit Gepäck deponieren. Aber; Dafür gibt es ja zum Glück die schon oft gebrauchten und gut bewährten Schliessfächer am Bahnhof. Etwas später an diesem Tag werden wir im Restaurant auf 3 Stockwerken ca. 150 Asiaten antreffen, die bei 30 grad im Schatten gemütlich ein Raclette „geniessen“. Himmel! Die kennen auch gar nichts.. Schon fast bewundernswert. Ohne zu schwitzen. Naja, und dabei erfahren wir auch, dass wir erst um 18.00 Uhr einchecken können. Aber immerhin, das Gepäck müssen wir nicht erneut retour zum HB schleifen. Und unser Zimmer liegt auch nicht, wie bereits befürchtet, direkt über der „Käsehölle“, sondern in einem Nebengebäude. Der kleinste Lift der Welt, die wärmste Nacht meines Lebens in der Schweiz (bisher…), ein Gemeinschaftsbad und ein durchhängender Boden erwarten uns. Das ist der Preis, wenn man für CHF 30.-/ Person mitten in der Touristenhochburg Luzern nächtigen will.. Da darf man eigentlich nicht meckern.. 😉 Andrea, merci hast du auch diesen „Spass“ ertragen 🙂
Spannende Stadtführung
Die ist wirklich toll und sehr empfehlenswert. Wiederum gebucht über das Tourismusbüro. Die klassische Stadtführung für CHF 18.-
Was ich gelernt habe:
Kappelbrücke und Wasserturm – was Spinnweben so alles anrichten können..
gut, hier schäme ich mich ein bisschen.. Bisher dachte ich immer, es heisse Kappellerbrücke… Tut es aber nicht. Es ist die Kapellbrücke. Allerdings muss ich auch sagen, es hat mich in meinem ganzen Leben bisher noch keiner korrigiert. Und, bei Nachfragen in meinen Bekanntenkreis habe ich festgestellt, ich war nicht alleine mit der „Kappellerbrücke“. Immerhin.

In der Schule haben wir schon alle davon gehört, die Brücke ist 1993 komplett abgebrannt. Den Brand verursacht hat scheinbar eine brennende Zigarette in Verbindung mit einem Bootsmotor.. und das die komplette Brücke innerhalb von Minuten wie Zunder abgebrannt ist… ja, daran seien die vielen Spinnweben schuld gewesen, welche bis dahin scheinbar sogar von Lehrern mit ihren Schulklassen besucht worden seien zum Abzeichen….Hmm, ich hätte in dem Fall damals nicht auf die Brücke gewollt! Der Wasserturm hat den Brand überlebt und ist noch komplett im Originalzustand erhalten. Der Turm scheint grösser als er ist und lässt sich mieten für diverse Anlässe. In früheren Zeiten hat er zu verschiedenen Zwecken gedient, z. Bsp. als Wehrturm und auch als Folterkammer.
Übrigens: Um dem Brand/ Spinnweben- Problem entgegen zu treten wird die Brücke nun regelmässig durch einen Mitarbeiter der Stadt „gestaubsaugt“. Kein Witz!
Der Bahnhof und sein Torbogen

Bei all meinen Stadtbesichtigungen habe ich unter anderem auch eines gelernt; in früheren Zeiten brannte es in der Schweiz realtiv häufig. Und mit Wasserkesseln bewaffnete Menschenketten waren beim Löschen nicht sehr effizient, so dass oft ganze Dörfer, Städte etc. innert kürzester Zeit abbrannten. Und natürlich war auch die Bauweise noch nicht sehr brandsicher. Der Bahnhof in Luzern viel 1971 ebenfalls einem Brand zum Opfer. Der Triumphbogen vor dem Gebäude ist noch ein Originalstück des früheren Bahnhofes, welcher den Brand überstanden hat.
Das KKL (Kultur- und Kongresszentrum)

Auch wenn man sich nicht für Architektur interessiert, das KKL ist schon etwas Besonderes. Der Architekt wollte ursprünglich das KKL in den Vierwaldstättersee hineinbauen, das ist jedoch in Luzern verboten. So holte er sich das Wasser ins Gebäude, zwei Wasserkanäle fliessen hindurch. Das Dach hingegen scheint den See zu erreichen. Der Architekt nennt seine Idee „Inclousion“.
Für den Namen wollte man übrigens einen Wettbewerb ausschreiben. Bis es soweit war, hatten sich aber schon alle an den Projektnamen, KKL gewöhnt, also blieb es dabei.
Ein Konzert hier zu erleben sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Und der ultimative Tipp vor dem Konzertbesuch; Ab aufs Dach und den Sonnenuntergang mit einem Hendrick’s und sensationellem Ausblick über den See und die Stadt geniessen!



Nadelwehr- wehret dem Wasser
Luzern hat ein spezielles Nadelwehr, welches noch von Hand bedient werden muss. Dies dient dazu, den Wasserstand der Reuss zu regulieren;

Und etwas Religion, die Jesuitenkirche
Die Jesuitenkirche gilt als der erste grosse sakrale Barockbau der Schweiz. Was im innern nach Marmor anmutet ist nicht wirklich echter Marmor, aber gemäss unserer Reiseleiterin sehr gut gemacht 🙂

Und sonst so?
Da wäre noch das Löwendenkmal. Allerdings sei dieses „under Construction“ und dadurch nicht sonderlich fotogen. Da schauen wir und doch lieber noch ein paar schöne Gebäude und Brunnen der Altstadt an. Und übrigens; die meisten Touristen laufen nur bis zur Kapellbrücke (was wirklich nicht weit ist) und vernachlässigen den „hintern Teil“ der Altstadt. Dieser ist aber grad so sehenswert. Es lohnt sich also, noch ein paar Meter weiterzugehen.
Fasnacht und Luzern
In Luzern hat die Fasnacht auch eine lange Tradition und viele Gebäude und Brunnen geben Hinweise über diese Festivitäten. So ist zum Beispiel der Fritschibrunnen zentral für die Fasnacht. Hier starten die Umzüge und es werden Orangen verteilt. Auch in Luzern fliesst Trinkwasser in den Brunnen.
Wunderschöne Bemalungen und Erker
übriges Wissenswertes
- Durch Luzern fliesst die Reuss
- Luzern hat eine eigene Schiffswerft, Shiptec. Einige der Schiffe auf dem Vierwaldstättersee wurden dort produziert. So etwa der Katamaran, der die Gäste zum Bürgenstock- Resort bringt (kann man mit dem GA nicht gratis fahren.. ;-(
- Auch in Luzern gibt’s Buvetten (wie in Basel..)
Besuch auf der Museggmauer
Tja, und für die ganz Irren kann man auch bei 35 grad noch die Stadtmauer inkl. Türme erklimmen…. Das haben wir natürlich getan, was tut man nicht alles für einen fantastischen Ausblick über die Stadt. Ich hatte immer noch lange Hosen und geschlossene Schuhe an bei diesem Abenteuer… Es hat sich aber trotzdem gelohnt! 🙂
Und ein Geheimtipp zum Essen
Der “ Kulturhof hinter Musegg“ liegt da ganz unscheinbar, wirklich hinter der Musegg. Was für ein toller Ort um in einem unkonventionellen Ambiente etwas Innezuhalten und sich wieder zu stärken für den Rest des Tages. Ein tolles Konzept, bei welchem der Bauernhof während der warmen Jahreszeit umgenutzt wird. Und hier gilt die Devise; keine Angst vor wilden Tieren… 🙂
Was tun bis Konzertbeginn? Ab ins Wasser!
Ja, auch baden kann man zur Genüge in Luzern. Also Bikini nicht vergessen. Überall rund um und am See gibt es Sandbadestrände! Auch komplett gratis. Einer findet man, wenn man vor dem KKL vorbeiläuft. Nach 10 Minuten ist man schon da und kann im wunderschönen Vierwaldstättersee auskühlen;


Rigi oder Pilatus?
Wenn man schon mal da ist, sollte man doch auch noch ein bisschen Schifffahren und einen Berg besuchen. Aber welchen den nun? Unsere Stadtführerin weiss sofort Rat; Ab auf die Rigi, die Königin der Berge! Gut, das tun wir denn auch. Nach einer langen Konzertnacht genau das Richtige.

Um ehrlich zu sein.. mit den Kantonsgrenzen ist es etwas verwirrend.. Auf Rigi Kaltbach, welches die Mittelstation ist bevor man zum Rigi Kulm kommt gehört noch zu Luzern. Auf Rigi Kulm befindet man sich jedoch schon im Kanton Schwyz.. Die Grenzen sind also etwas fliessend hier. Trotzdem; die fantastische Aussicht über die Innerschweiz lasse ich gelten.
Zum Schluss
Man könnte hier wandern, was das Herz begehrt. Dafür sind wir aber leider etwas zu kaputt und es ist einfach zu war, dafür geniessen wir den Ausblick umso mehr. Und etwas kühles zu Trinken 🙂

No hüt rede mer dr vo. Äs isch eifach toll gsi😃🫶
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