
Schaffhausen ohne Rheinfall..
Bei Schaffhausen denkt man automatisch an den Rheinfall. DAS Wahrzeichen von Schaffhausen. Der Rhein verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Gerade noch in Chur, bin ich nun quasi mit dem Rhein nach Schaffhausen getrieben. Schaffhausen geht aber auch ohne Rheinfall. Denn tatsächlich.. Ich habe ihn nicht besucht. Und das hat einen Grund 🙂
Auf meine Reise in die Ostschweiz habe ich meinen Freund Mark mit im Gepäck. Zwar sehr interessiert, weltoffen und pflegeleicht, allerdings kein grosser Fan von Menschenansammlungen und Touristen- Hauptattraktionen. Natürlich liesse er mich alleine hingehen und den Rheinfall anschauen. Aber ich finde, wenn ich ihn schon mehrere Tage bei 35 Grad und ohne Klimaanlage durchs Land schleife, dann muss ich mich auch ein bisschen kompromissbereit zeigen, zumal ich Mark auch ein paar geführte Stadtbesichtigungen zumuten werde 🙂 Und übrigens; wir waren schon mal kurz auf der Durchfahrt beim Rheinfall. Zusammen. Und das hat so ausgesehen, dass Mark im Auto mit laufendem Motor neben mir gewartet hat, während ich kurz einen Blick auf den Rheinfall geworfen habe. Das zählt, würde ich sagen.
Munot – Das eigentliche Wahrzeichen Schaffhausens
Tja, und dann ist es ja sogar so, dass der Munot das eigentliche Wahrzeichen Schaffhausen ist. Das wusste ich bisher nicht und habe davon auch noch nie etwas gehört (wie von so vielem nicht).

Auch früher war nicht alles perfekt
Den Munot hat man während 25 Jahren als Wehranlage gebaut, nur um dann festzustellen, dass die Festung etwas zu fern der Altstadt liegt, respektive der Feind eher von der anderen Seite her anrücken würde und man viel zu lange hätte, um von hier aus zu reagieren. Schön aussehen tut er trotzdem. Man geniesst eine fantastische Aussicht über die wunderschöne Altstadt von Schaffhausen und den Rhein (Türme/Burgen sind tolle Aussichts-Alternativen zu Kirchen ;-). Zudem wird der Turm in der heutigen Zeit genutzt für diverse Veranstaltungen wie Konzerte, Open- Air Kino etc.
Was nicht zu empfehlen ist..
Es ist, wie nicht anders zu erwarten (und ich will mich hier noch immer nicht beklagen…) EXTREM heiss. Insbesondere in der Ostschweiz.. Und der Aufstieg zum Munot geht zwar etwas steil eine Treppe hoch, was leicht zu schaffen wäre, aber bei brütender Nachmittagshitze nur durch die Aussicht überstanden werden kann, dass es im Turm schön kühl ist!! Freu!! Übrigens; der Turmaufstieg ist kostenlos.


Das schönste Touristenbüro der Schweiz…
.. sehe ich in Schaffhausen! Wunderschön, mit einer Riesenleinwand wie im Kino und sehr grosszügig gestaltet. Schaffhausen bietet nicht nur hier was fürs Auge, sondern es wird – wie wir schnell merken, sehr viel gemacht! Hier eine Auswahl was bei unserem Besuch gerade alles gelaufen wäre;
- Stars in Town, ein tolles Muskifestival mit internationalen Stars während 5 Abenden
- Das Street- Food Festival machte auch gerade dieses Wochenende halt
- Und auf dem Munot läuft sowieso immer was. Sogar Bälle werden hier veranstaltet!
Was es in Schaffhausen sonst noch so zu sehen gibt
Vieles! Schaffhausen ist wunderschön, und die Altstadt gilt mit ihren unzähligen Erkern und den kostbar bemalten Häuserfassaden als eine der malerischsten der Schweiz!
Und wie immer empfehle ich eine Altstadtführung. Keine Probleme mit der Orientierung und man kann sich berieseln lassen mit dem Wissenswertesten rund um die Stadt und seine Bewohner. Jeden Samstag für CHF 14.00


Stadt der Erker und Drachen
In Schaffhausen gibt es unzählige wunderschöne Erker. Bei den meisten sieht man auf dem Erker- Dach einen oder auch mehrere Drachen. Diese waren dazu da, bei Regen symbolisch den „Ärger oder Streit“ aus den Häusern zu waschen. Je mehr Drachen auf dem Dach, desto friedvoller das Heim 🙂
Das Münster zu Allerheiligen
Hier hat mir vor allem die Eingangstüre Eindruck gemacht! Zudem beherbergt es den grössten Kreuzgang der Schweiz, hat einen schönen Garten und gilt als der ursprünglichste romanische Kirchenbau der Schweiz.
Und die „Schiller- Glocke“

Die 4.5 Tonnen schwere Glocke hängt heute nicht mehr im Münster, sondern steht dahinter im Garten. Friedrich Schiller verwendetet ihre Inschrift als Motto für sein berühmtes Gedicht „Das Lied von der Glocke“
Die viereinhalb Tonnen schwere Glocke in Schahausen wurde 1486 auf Wunsch von Abt Konrad VI. gegossen und läutete bis 1895 als größte Glocke des Schaffausener Münsters zu Allerheiligen. Friedrich Schiller verwendete ihre Inschrit „Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango“ – zu deutsch: „Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich“ – als Motto für sein Gedicht Das Lied von der Glocke. Seit ihrer Außerdienstnahme ist sie auf einem Sockel denkmalartig aufgestellt und als „Schillerglocke“ bekannt.
Der „politisch-nicht-ganz-korrekte-Brunnen“. Oder doch?
Der „Mohrenbrunnen“. In einer Zeit, wo man den Mohrenkopf schon lange umgetauft hat, da zuckt man als aufgeklärter und weltoffener Mensch ja schon fast etwas peinlich berührt zusammen wenn man dies hört. Aber, der Name des Brunnens ist überhaupt nicht rassistisch motiviert entstanden, sondern im Gegenteil; „genannt nach dem als Mohr dargestellten Kaspar, dem jüngsten der Heiligen Drei Könige mit Krummschwert, Goldpokal und Wappenschild. Im Volksmund liebevoll «de Mohrejoggel» genannt. Diese originelle Brunnenfigur symbolisiert den wohlhabenden Stadtbürger.“

Übrige Impressionen und Anekdoten;
Kürzeste Wartezeit auf Nachtessen Ever:
In Bellinzona 90 Minuten aufs Essen gewartet, was schon ein Rekord war, aber wer hätte da gedacht, dass es den anderen Weg rum auch geht? Um 19.45 im Restaurant abgehockt, um 20.15 wieder gegangen.. Dazwischen bestellt, Getränke erhalten, Fisch mit Reis und Cordon Bleu gegessen, bezahlt und sich bedankt… Unglaublich.. Gut- Frisch gekocht wars sicher nicht 😉 Drum gibt’s als Dessert ein Milchshake bei Mc Donalds… Diesen kann ich bei Temperaturen über 30grad übrigens sehr empfehlen. Die Klimaanlage ist spitze!
und man kennt mich hier:
Das ist mir noch nie passiert.. Ich scheine ein „bekanntes“ Gesicht zu haben. Auf dem geführten Altstadtrundgang spricht mich zuerst die eine Teilnehmerin an, ich käme ihr so bekannt vor, ob ich von der Heilsarmee sei?! Nein. 5 Minuten später fragt mich auch noch die Touristenführerin, ob ich Verwandt sei mit so und so, ich käme ihr so bekannt vor 🙂 Vielleicht hätte ich sagen sollen, dass ich Heidi bin 😉
Und weiter geht’s nach Frauenfeld! (Kanton Thurgau) 🙂