Mit dem Zug nach Zug!..
..das zu schreiben, darauf habe ich mich schon lange gefreut 🙂
Im Kirschtorten-Kanton
Heute bin ich einmal mehr nicht alleine unterwegs. Jessi, die im nahegelegenen Kanton Aargau wohnt, begleitet mich auf meinem Streifzug durch das als Steuerparadies und für seine Kirschtorte bekannte Städtchen Zug. Zug ist überraschend! Ein richtiges Kleinod unter den Schweizer Hauptorten. Bisher hatte ich keine konkrete Vorstellung davon, wie Zug daherkommen sollte. Aber das es so lieblich ist, am wunderschönen Zugersee gelegen und mit einer unglaublich schmucken Altstadt ausgerüstet, das hatte ich so nicht wirklich erwartet. Mein einziger Wermutstropfen heute; es ist nicht wirklich Kirschsaison und für eine Kirschtorten-Backstunde reichen leider zwei Teilnehmende nicht aus.. Ich als Dessertfan bin da schon ein bisschen traurig… ;-(
Was man ausser Kirschtorten-Backkurse machen kann;
Aber von Anfang an. Schon die Ankunft am Bahnhof fängt schön an, und zwar mit Musik. Momentan finden sich an vielen Schweizer Bahnhöfen Klaviere, auf welchen Jedermann und -Frau munter drauflos-spielen darf. Der Mann, der gerade in die Tasten haut, tut dies ziemlich gut.
Beim Verlassen des Bahnhofs sollte man übrigens unbedingt einen Blick zurück werfen, denn das Bahnhofsgebäude ist ein wahrhaftes Kunstobjekt, welches regelmässig mit einer Lichtinstallation gekonnt in Szene gesetzt wird.


Kuriositäten in Zug;
Kirche mit Liegestuhl.. und die versunkene Treppe
Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Zugersee – Promenade finden wir auch schon die Altstadt. Auf dem Weg dorthin haben wir bereits die erste Kirche besichtigt und dabei tatsächlich Liegestühle vorgefunden. Was es mit diesen auf sich hat, dass wissen wir bis heute nicht. Natürlich mussten wir kurz probeliegen und waren uns einig, dass wir bei einem solchen Angebot eventuell auch öfter einer Predigt beiwohnen würden… 🙂 Und auch einen alten Bekannten haben wir getroffen; Der Künstler Roman Signer hat eine auffallende und amüsante Installation an die Promenade gesetzt. Eine begehbare Skulptur. Über eine steile Treppe führt der Weg direkt in den See hinunter, mit Ausblick – oder besser gesagt Einblick (in den See)-. Leider war heute das Wasser ziemlich trüb und kein Nessi ist vorbei geschwommen.
Ich möchte mich eine Woche lang durch Zug essen…!
Bei all den schmucken Häusschen, welche wir nun passieren, hätte ich gerne länger Zeit für Zug, am liebsten eine ganze Woche. Jedes, aber wirklich JEDES Restaurant und Cafe hier sieht einladend und härzig aus und schreit mich förmlich an; „Schlemmere dich durch Zug!“ Ganz fest nehme ich mir vor- ich komme wieder, mit eben nur diesem Plan, viel Hunger und grossem Budget :-). Abgeschweift, weiter geht’s zur Altstadt!

Nicht verpassen! Der Altstadtrundgang
Zug bietet ab und zu geführte Stadtrundgänge an. Wenn man die Daten nicht trifft ist das halb so wild, denn Tourismus Zug ist wahrhaftig wunderbar vorbereitet. Auf dem wunderhärzigen, niedlichen kleinen Touristenbüro gleich unterhalb des „Zytturms“, (dem Wahrzeichen der Stadt), wird man herzlich in Empfang genommen und mit Infobroschüren geradezu überhäuft. Natürlich gibt es auch eine Karte für einen Altstadtrundgang zum selber begehen. Dauert zwischen 60 Minuten und 4 Tagen, je nachdem wie gemütlich man es angeht 😉
Der Zytturm – Schlüssel inklusive
Und starten tut das Ganze natürlich- mit dem Zytturm. Einzigartig daran ist, man kriegt eigens einen Schlüssel im Tourismusbüro, mit welchem man den Turm aufschliessen und erklimmen kann. Also überlaufen kann der definitiv nicht sein. Ansonsten – wenn man seine Ruhe haben will – ,einfach abschliessen, sobald man drin ist..
Turm mit Gefängnis…
Leider ist der Turm ein Turm ohne „Auslauf“. Man steigt also die Treppe hoch und findet sich in einem kreisrunden kleinen Raum wieder, mit Fenstern zu allen Seiten, unterhalb der Dachgiebel. Durch die Fenster kann man dann einen „Aussichts- Ausschnitt“ geniessen. Für mich als Aussichtsfan aber leider kein Highlight. Was wir dafür hier gelernt haben; Das umgangssprachliche Wort „Käfig“ für Gefängnis kommt nicht von nichts.. Der Zytturm wurde eine Zeitlang als Gefängnis genutzt und man findet noch Zellen vor, die aber eben eher Käfige sind.. Jessi konnte darin nicht aufrecht stehen und ich habe mich nicht einmal hineingetraut.. Phuu, hat sicher keinen Spass gemacht früher.
Was es sonst noch so alles zu entdecken gibt…
Weiter geht’s mit dem Altstadtrundgang. Früh morgens noch völlig alleine schleichen wir uns mit unserem super Plan von Gässchen zu Gässchen, und von einem historischen Gebäude und Turm zum nächsten. Hier lässt sich’s wunderbar herumschlendern. Anbei ein paar Impressionen;
Ab auf den Zugerberg!
Raus aus der Stadt heisst es heute Nachmittag einmal mehr. Denn Zug hat nicht nur eine schöne Altstadt und einen tollen See (mit den scheinbar schönsten Sonnenuntergängen überhaupt) zu bieten, sondern auch noch den Zugerberg! Und den erreicht man ruck zuck, entweder mit einem Bähndli oder dem Auto. Vom Zugerberg aus hat man eine schöne Fernsicht über Zug und Umgebung und kann zudem schöne Rundwanderungen machen.

Mittagessen nicht vergessen!
Einmal mehr ist es ziemlich heiss heute, also freuen wir uns auf die kleine Auszeit auf dem Berg. Beim Restaurant Zugerberg gibt’s für uns zuerst einmal eine Mittagsrast vor der Wanderung.

Wandern mit Hindernissen…
Die Rundwanderung die wir uns eigentlich ausgesucht haben, finden wir irgendwie nicht…. aber wir marschieren einfach mal quer drauflos und finden uns Mitten in einer wunderbaren Landschaft inkl. Hochmoor wieder. Einfach der Hit. 🙂

Zu guter Letzt – Kirschtorte mit Ziege
Wir schliessen den wunderbaren Tag in Zug mit einem Stück Zugerkirschtorte im Restaurant Geissboden ab und können uns dabei kaum an den kleinen Geissli sattsehen.
Auf wiedersehen Zug! I’ll be back…
