Neuenburg

Oh du Schönes Neuenburg!

Wussten Sie, dass der Neuenburgersee der grösste ganz in der Schweiz gelegene See ist? Und das Neuenburg ein unglaublich schönes Schloss inkl. Stiftskirche sein eigen nennt?

Ich wusste das alles und noch viel mehr bis zu meiner Reisevorbereitung für Neuenburg nicht… und habe mich bei einem Besuch in eine weitere Schweizer Stadt verliebt, in der ich sicher nicht zum letzten Mal war! Denn dies vorweg; ein Tag für Neuenburg reicht definitiv nicht aus!

Heute begleitet mich Elsbeth auf meiner Reise ins Welschland. Ein straffes Programm erwartet uns, denn die Auswahl an Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten scheint riesig!

Mit der Zahnradbahn auf den Chaumont

Bei herrlichem Sonnenschein treffen wir bereits um 09.00 in Neuenburg ein. Unser 1. Ziel; direkt raus aus der Stadt und hinauf auf den Hausberg, den „Chaumont“. Dank netter Unterstützung und den super Französischkenntnissen von Elsbeth finden wir dann auch den richtigen Bus, um zur Talstation der Zahnradbahn zu gelangen. In wenigen Minuten bringt uns die Zahnradbahn Bahn steil hinauf auf 1’087 m.ü.M.

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Ein Funiculaire (Zahnradbahn) bringt uns in wenigen Minuten auf den Hausberg von Neuenberg, auf den Chaumont

Auf der „Space Rampe“ für CHF 1.-!

Wir sind noch ziemlich alleine hier, der Tag scheint gerade erst aufzuwachen. Was man keinesfalls verpassen darf: Ab auf den 100-jährigen Aussichtsturm. Dieser liegt direkt bei der Bergstation und man kann ihn nicht übersehen. Wie eine Startrampe für ein Space Shuttle sieht er aus. Ganz unwirklich mutet das Ganze an. Münz nicht vergessen! Um das Drehkreuz zum Turm hinauf passieren zu können braucht man CHF 1.-. Ein wirklich sinnvoll investierter Franken 🙂

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Wie eine Space Rampe…Ab ins „All“… 🙂
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Für CHF 1.- auf den Aussichtsturm

Fantastischer Ausblick übers drei- Seen- Land

Ich komme mir hier oben wirklich vor wie auf einem anderen Planeten; Gewaltige Ausblicke über das drei Seen Land tun sich vor uns auf! Einfach Traumhaft! Der Neuenburg- Bieler- und Murtensee liegen direkt zu unseren Füssen. Man weiss gar nicht, wohin man schauen soll, so schön ist das! Wir entdecken auch die St. Petersinsel, den Creux du Van, das Mont Blanc Massiv und unsere Hausberge Eiger, Mönch und Jungfrau! Bei klarem Wetter einfach der Hit! Als wir uns endlich von der Aussicht wieder losreissen können, gibt’s einen ersten Kaffe-Stopp beim kleinen Seilpark, der sich gerade für den Ansturm des Tages vorbereitet. Ganz so ruhig wie frühmorgens bleibt es hier nämlich auch nicht. Deshalb einmal mehr; Früh aufstehen lohnt sich! Für den Chaumont alleweil.

Schritt für Schritt nach Neuenburg- auf dem Sentir du Temps

Für einmal erwandern wir uns den weiteren Weg nach Neuchatel. Abwärts durch einen lichten Wald führt der „Sentir du Temps“ während 4.5km in ca. 1 h – 1.5 h nach Neuenburg. Vorbei am Centre Dürrenmatt und am botanischen Garten, letzterer kann kostenlos besucht und seine vielseitigen botanischen Schätze bewundert werden. Auf alle Fälle einen Abstecher wert, wenn man eh schon dran vorbeiläuft. Das Centre Dürrenmatt hatte leider zu, da Montag die meisten Museen der Schweiz geschlossen sind.

Mittag im historischen Restaurant des Jahres 2017!

Auch Neuenburg ist alles andere als Flach, die Stadt schmiegt sich an Rebhänge, so dass das letzte Stück unserer Wanderung erstaunlich steil ist. Ziemlich rasch erreichen wir die Altstadt (zu meinem eigenen Erstaunen erweise ich mich heute für einmal im Kartenlesen als ziemlich geschickt….! Vielleicht wachsen nun langsam meine Orientierungsfähigkeiten in Städten? Wer weiss) und unser Mittags-Ziel, die hochgelobte „Brasserie le Cardinal“. Im Jahr 2005 galt sie als schönste Brasserie der Romandie (ja, zugegeben, schon etwas länger her…). Im 2017 wurde sie sogar zum historischen Restaurant des Jahres gekürt. Die Preise sind durchaus erschwinglich und das Mittagsmenue ist köstlich. Und ruck zuck kommt man mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Ganz authentisch und Brasserie-mässig. Hier könnte ich gleich bleiben 🙂

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In der Altstadt von Neuenburg- alles andere als Flach, aber einfach nur malerisch!
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Leckeres Mittags- Menu im „historischen Restaurant des Jahres 2017“ 😉

Schlendern an der Promenade

Doch es gibt noch zu viel zu sehen, als dass wir hier einfach sitzenbleiben könnten. Uns erwartet eine Rundfahrt mit einem weiteren Touristen Bimmelbähnchen durch die Altstadt. Gelaufen sind wir ja schon viel heute, deshalb wollen wir uns lieber fahren lassen. Wir schlendern gemütlich dem Seeufer entlang zum Tourismusbüro an den „Place du Port“, von wo aus unser Minizug fahren wird. Wir passieren vielerlei Skulpturen die die Zeit der Belle Epoque verkörpern und schleichen uns vorbei an Löwen und anderem Getier..

Eine „gelbe“ Stadt

Das Tourismusbüro liegt direkt am Seeufer in einem wunderschönen historischen Gebäude gelegen. Was bei Neuenburg sofort auffällt; die ganze Altstadt wurde aus gelbem Sandstein erbaut, was wunderschön und speziell aussieht.

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Wunderschöne Erker in gelbem Sandstein

Zeitreise in die Belle Epoque, mit dem Tourizug..

Die Altstadtrundfahrt ist ein Highlight und eindrucksvoll gemacht. Eine leichte Brise im Gesicht, mit flatternden Haaren und der Sonne auf der Nase schleicht das Bähnlein durch jeden noch so kleinen und versteckten Winkel der Altstadt. Und schnauft sich für uns die steilen Strässchen hinauf zum Schloss und zur Kirche. Eine bekannte Neuenburger- Schwimmerin führt durch die Geschichte in der Zeit der Belle Epoque. Die ganze Stadt hat sich dieser Epoche verschrieben, was einem wirklich ein Stück in diese Zeit eintauchen und auf ganz eigentümliche Art und Weise miterleben lässt. Das Bähndli fährt regelmässig von der Place du Port, für CHF 8.-  während ca. 45 Minuten durch die Stadt.  Zudem gäbe es auch in Neuenburg geführte Stadttouren oder auch einen tollen Plan, um die Stadt alleine zu Fuss zu entdecken.

Wie Gott in Frankreich… Crepes!

Zu guter Letzt wollen wir noch zu Fuss hinauf zum Schloss, um diese noch in Ruhe besichtigen und den Ausblick geniessen zu können. Aber zuvor brauchen wir eine Stärkung. Und was eignet sich da besser als ein Crepes? Hier in der Altstadt von Neuenburg reizen zig kleine und härzige Beizli und Cafes zum Verweilen. Auch hier könnte man sich einmal mehr tagelang einfach nur durch die Stadt essen und trinken!

Zum Schluss das Schloss – und die Kirche.. 🙂

Wir schlendern die letzten Meter rauf zum Schloss und zur Kirche. Beim Schloss gucken wir uns den schönen Innenhof an, sehen aber aus zeitlichen Gründen von einer Erkundung des Innenbereiches ab.

Die Kirche verfügt über ein unglaublich schönes Dach, dass nur vor Ort so richtig zur Geltung kommt. die Kirche selbst befindet sich aber momentan im Umbau, so dass das Innere grad nicht viel hergibt. Einen Besuch ist die kleine Anhöhe aber alleweil wert, schon nur (wie könnte es auch anders sein…;-) der Aussicht wegen.

Au revoir Neuenburg!

Und zack, schneller als gedacht ist auch dieser Tag vorbei und wir laufen über unerwartet steile Treppen retour zum Bahnhof und machen uns auf den Heimweg. Adieu du schönes Neuenburg!

 

 

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