Der „letzte“ Kanton!!!
Unglaublich aber wahr! Der Tag ist gekommen! Der letzte Kanton meiner Schweizweit- Reise. Welcher wäre passender als der Kanton Jura? Dieser ist eben auch als letzter Kanton zur Schweiz gestossen. So ist es nun also auch MEIN letzter Kanton, respektive Hauptort. Und das Delémont auf Deutsch Delsberg heisst… tja.. das wusste ich natürlich bisher noch nicht… 😉
Ich freue mich einerseits sehr, dass ich es tatsächlich geschafft habe, alle 26 Kantonshauptorte zu besuchen und zu entdecken, weiss aber nun auch; die Reise hat gerade erst begonnen! Doch das Fazit kommt ja bekanntlich zum Schluss.. Zuerst also nun Vorhang auf für die kleine Perle im Jura; Delémont!

Zum Schluss inklusive „Navi“…
…und das heisst Mark 😉 Auf meinem letzten schweizweit-Ausflug habe ich erneut Mark als Begleitung mit im Gepäck. Touren alleine haben zwar auch etwas für sich, aber zu zweit macht’s dann halt noch mehr Freude. Und – Extraplus!- Marks Orientierungssinn ist meinem bei Weitem überlegen… Und da es momentan keine geführten öffentlichen Stadtführungen in Delsberg gibt, übergebe ich Mark den Plan für den Rundgang zu Fuss und ernenne ihn offiziell zu meinem Navi!
Was tun in Delémont?
Folgende Aktivitäten habe ich bei meiner Recherche im Vorfeld gefunden;
- leichte Wanderung zur hoch über der Stadt gelegenen „Chapelle du Vorbourg“, Vorburgkapelle. (Habe ich verworfen, da bei unserer Ankunft tatsächlich noch Nebel über dem Tal hängt…)
- Sich im 8 Fussballfeld grossen Swiss- Labyrinth heillos verirren! (Wäre sicher lustig geworden, aber 1. benötige ich sicher einen Extratag um wieder herauszufinden und 2. steht dieses Vergnügen nur im Sommer zur Verfügung).
- an einer Stadtführung teilnehmen (geführt leider nur für Gruppen, respektive nicht nur für CHF 5.- oder für den individuellen Rundgang zu Fuss: Infos hier)
- Sich die vielen Buntglasfenster, für welche Delsberg bekannt ist, anschauen
Inspiration im Tourismusbüro
Im Tourismusbüro direkt beim Bahnhof findet man alles an Infos rund um Delémont und den Kanton Jura, was das Besucherherz höher schlagen lässt. Und 1000 Prospekte, die Lust auf mehr Kanton Jura machen! Reitferien, wandern, velofahren, Kanufahren. Ja man kann sich sogar auf einem Zug von Cowboys überfallen lassen! Wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Nach so viel Inspiration gehen wir ausgerüstet mit der Broschüre zu „Delémont zu Fuss“ (in rund 1h30) erst mal ein paar Croissants testen 🙂

Stadtrundgang zu Fuss
Dank Mark habe ich überhaupt nichts zu tun ausser Fotos zu machen, das schöne Delémont zu bestaunen und Mark mit meinen häufigen „oh! Schau mal da!“ – Ausrufen zu nerven ;-).
Warum der Brückenbauer Reisaus nahm…
Vorbei geht’s an „einem vom Verkehrsaufkommen her einer der wichtigsten Bahnhöfe der Schweiz“ (?, steht so in der Broschüre) weiter über die Bogenbrücke über den Fluss Sorne. Der Erbauer der Brücke soll noch vor der Einweihung der Brücke Reisaus genommen haben, aus Angst, die Brücke halte nicht. Sie hat gehalten. Da man den Erbauer nicht mehr finden konnte, wurde er nie für seine Arbeit bezahlt.
Drachen und Schlösser
Weiter geht es zuerst Steil hinauf in Richtung Altstadt. Entlang der Stadtmauer führt der Weg zum Schlossgarten, mit wunderbarer Sicht auf die bunten Häuserzeilen und einen ersten Blick auf die Kirche St. Marcel. Auf dem Dach des Schlosses empfangen uns alte Bekannte. Drachen! Diese sollen dafür gut sein, um bei Regen allen Ärger aus den Häusern zu spülen.


Ein Schloss als Primarschule
Nun geht es durch’s erste Stadttor hinein in die charmante Altstadt. Das Schloss selber dient heute als Primarschule. Gleich nebenan steht die Kirche St. Marcel hoch über der Stadt.
Versteckte Winkel und Gassen
Wir passieren viel wunderschöne Brunnen, bunte Häuserzeilen und schlendern durch malerische, versteckte Gässchen wie die schmucke „Rue du Nord“.
Im Herzen der Altstadt
Ein wirklich schmaler Durchgang führt retour zum Hotel de Ville und auf die Place Roland-Béguelin oder auch Place Brûlée (verbrannter Platz) genannt, weil es- wie sollte es auch anders sein- hier natürlich auch einmal einen grossen Brand gegeben hat. Hier befinden wir uns im Zentrum der Altstadt. Ganz typisch, wie man sich das halt so vorstellt, hocken ein paar ältere Herren draussen mit einem Glässchen Rotwein und schauen sich das kleine Makttreiben an.
Wir sind uns einig; Delsberg ist richtig schön und einmal mehr komplett unerwartet. Wenn man im Jura ist, so sollte man sich dies auf keinen Fall entgehen lassen.
Was wäre der Jura ohne Pferde?
Ich als stolze Mitbesitzerin eines Freiberger- Pferdes muss die Gelegenheit natürlich nutzen, und mir in den traumhaften Weiten des Jura auch gleich noch ein paar Pferde anschauen. Unser weiterer Weg führt uns deshalb nach Les Bois, zur „Stiftung für das Pferd“ in Maison Rouge. Hier gibt’s neben einem Restaurant mit leckerem Mittagsmenu rund 80 betagte Schützlinge, die hier auf den riesengrossen und wunderschönen Juraweiden in Würde ihren Lebensabend geniessen dürfen. Esel, Ponys und Pferde ab 18 Jahren finden hier Einlass.
Wir essen zu Mittag und sehen uns die Aussenplätze und Stallung an. Ein schöner Abschluss für meine CH- Tour.
Und nun das FAZIT!!! 🙂
Wie Eingangs erwähnt; ich bin gerade erst auf den Geschmack gekommen. Auf den Geschmack nach noch mehr Schweiz! Einfach unglaublich wie reich die Schweiz an Schätzen aller Art ist. Eine solche Fülle von Kultur, Natur, Handwerk und Schönheit auf einem so kleinen Flecken Erde! Wer noch nicht weiss, das wir im Paradis leben, der mache eine Reise direkt vor unserer Haustür.
MERCI an alle, die mich einen Kanton lang auf einer meiner Reisen begleitet haben und ein grosses Merci natürlich an Mark, der nach jeder Reise meine endlosen Loblieder über all die Schönheiten und die Erlebnisse die ich hatte geduldig über sich hat ergehen lassen 🙂